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Webdesign mit virtuellem Pinsel

Dezember 5th, 2009 · No Comments

Ein Maler hat Pinsel, Stifte und Farbe. Ein Webdesigner nur die Maus und die Tastatur. Auch Papier hat er keines zur Verfügung, ebenso wie eine Leinwand fehlt oder ein anderes greifbares Objekt, auf dem die Kunst sichtbar wird. Das Webdesign ist auf die Technik angewiesen. Ist der PC aus, der Monitor kaputt, gibt es nichts zu sehen.

Maus und Keyboard ersetzen Radiergummi und Bleistift, sind im Webdesign gleichzeitig Bunt- und Filzstift, Fineliner und Kunstfeder. Mit diesen Hilfsmitteln ändert man Schriften, löscht und fügt hinzu, schreibt und verwirft wieder, macht Skizzen und speichert fertige Entwürfe. Das Büro des Webdesigners kann sein, wo immer er es haben möchte. Während der Künstler auf das Spiel von Licht und Farben in seinem Atelier angewiesen ist, kann Webdesign auch in einem dunklen, fensterlosen Keller praktiziert werden. Treffen können sich Maler und Webdesigner in einem Park, wo der eine an einer Staffelei seine Leinwand aufgebaut hat, und das Ufer des Teiches samt Enten und Natur einzufangen versucht. Auf der Parkbank daneben, vertieft über dem Notebook sitzt der Webdesigner, mit Daten und Dateien beschäftigt.

Das Ergebnis ist vergleichbar. Es entstehen zwei Bilder. Der Unterschied ist, dass das Werk des Malers zum Ansehen, zum Genießen kreiert wird. Das fertige Webdesign für eine Site weist neben dem Attribut ästhetisch auch Eigenschaften, wie funktionell, bedienerfreundlich und themenbezogen auf. Der Webdesigner kann seinen Pinsel in vielen Dingen um ein Vielfaches schneller schwingen. Passt eine Farbe nicht ins Konzept, ist sie schnell auch wieder ausgetauscht. Eines ist im Webdesign und in der Malerei aber gleich: Die Liebe zur Kreativität darf nicht fehlen.